Freizeit

Die schönsten Roadtrip Strecken

Wer ständig mit 200 Sachen über die Autobahn brettert, sieht nichts von der Welt. So richtig spannend wird es erst auf kleinen Nebenstraßen, die sich entlang der Küste, in der Nähe von Flüssen oder durch Canyon-Landschaften schlängeln. Diese Roadtrips lohnen sich ganz besonders.


Roadtrips an unbekannten Orten

Italien: Amalfiküste

Meta » Positano » Amalfi » Vietri sul Mare | Länge: 50 km

Kurz aber oho: So könnte das Motto der Küstenstraße „Strada Statale 163 Amalfitana“ im süditalienischen Kampanien lauten: Mit ihren knapp 50 Kilometern zählt sie bei weitem nicht zu den längsten, aber zweifellos zu den schönsten Roadtrip-Strecken der Welt. Etwa 100 Meter über dem Meer schlängelt sie sich kurvenreich und teilweise in den Fels gebaut durch eine Traumkulisse – von Meta nach Vietri sul Mare. Die wilden Serpentinen und steilen Abgründe sind nichts für schwache Mägen. Wer jedoch durchhält, wird mit spektakulären Ausblicken auf die Steilküste und den Golf von Salerno belohnt. Wie auf einer Perlenkette reihen sich sehenswerte Städtchen und Dörfer an der Route. Einige – wie Positano und Praiano – liegen in kleinen Buchten unterhalb der Straße und können nur zu Fuß, teilweise über Treppen, erreicht werden. Etwa auf halber Strecke versprüht die Seerepublik Amalfi ihren ganz besonderen Charme. „Wer von Amalfi ins Paradies kommt, für den bleibt alles beim Alten“, schwärmt ein italienisches Sprichwort, dem viele Roadtrip-Fans wohl beipflichten würden. Wohnmobile sind auf der SS 163 übrigens nicht erwünscht. An einigen Stellen ist die Straße so schmal, dass zwei Autos nur knapp aneinander vorbeikommen.

Irland: Wild Atlantic Way

Derry » Galway » Limmerick » Cork | Länge: 2.500 km

Vorbei an steilen Felsen und kleinen Orten, alten Burgen und blökenden Schafen schlängelt sich der Wild Atlantic Way an Irlands ungezähmter Westküste entlang – von der Halbinsel Inishowen im Norden bis ins Küstenstädtchen Kinsale im Süden. Mit über 2.500 Kilometern zählt die Strecke zu den längsten markierten Küstenrouten der Welt. Einer der spektakulären Höhepunkte: die Klippen von Slieve League in der Grafschaft Donegal. Mit 601 Metern gehören sie zu den höchsten Meeresklippen Europas. Schwindelfreie Abenteurer können die Landschaft über den schmalen One Man’s Pass erkunden – allerdings nur, wenn das Wetter mitspielt. Auch die wesentlich zahmeren Cliffs of Moher erweisen sich immer wieder als beliebtes Fotomotiv. Deutlich unbekannter aber ebenso fotogen, sind die vielen malerischen Buchten, Strände und Sanddünen entlang der Route. Wer Kultur sucht, findet sie zum Beispiel auf der Insel Skellig Michael. Hier erreichen Reisende über knapp 600 Stufen eine ehemalige Mönchssiedlung, die heute zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt. Die gesamte Länge des Wild Atlantic Way abfahren zu wollen, wäre übrigens sehr ambitioniert. Lieber einen Teilabschnitt wählen und die raue, ungezähmte Natur ohne Eile genießen.

Deutschland: Rheinischer Sagenweg

Düsseldorf » Bonn » Koblenz » Mainz | Länge: 586 km

Warum in die Ferne schweifen, wenn eine der romantischsten Routen direkt vor unserer Haustür verläuft: der Rheinische Sagenweg – auch Rhine Romantic Route genannt – erfreut sich international größter Beliebtheit. Zwischen Düsseldorf und Mainz steuert er entlang des majestätisch dahinfließenden Rheins 48 Orte und mehr als 100 Sehenswürdigkeiten an, darunter viele Schauplätze berühmter Sagen, kurioser Mythen und wundersamer Legenden. In Köln begegnen Reisende den Heinzelmännchen, auf dem Drachenfels spüren sie dem Nibelungenheld Siegfried nach, bei St. Goarshausen wartet die verführerische Loreley. Zwischen den Haltepunkten verlockt eine von Wäldern und Weinbergen geprägte Naturlandschaft, die bereits im 19. Jahrhundert so manchen Rheinromantiker inspiriert hat. Mit ihren schwärmerischen Werken lösten sie eine Reisewelle aus, die bis heute anhält.

USA: Dinosaur Diamond Prehistoric Highway

Grand Junction » Moab » Price » Fruita | Länge: 773 km

Nicht nur für dinosaurier-begeisterte Jungs: Der Dinosaur Diamond Prehistoric Highway in Utah und Colorado windet sich durch eine beinahe unwirkliche Landschaft voller roter Felsschluchten, spektakulärer Gesteinsformationen und pappelgesäumter Flüsse. Viele Abenteurer kommen aber tatsächlich wegen der unzähligen Dinosaurier-Spuren, die der Route ihren Namen geben. Im Carnegie Dinosaur Quarry können sich Interessierte geschichtsträchtige Funde anschauen, die sich unglaubliche 150 Millionen Jahre zurückdatieren lassen. Das Dinosaur National Monument – ein eigens eingerichtetes Schutzgebiet – bietet zahlreiche Gelegenheiten zum Campen, Wandern oder für Abenteuer wie River Rafting. Auch im weiteren Verlauf des Roadtrips tauchen immer wieder Schauplätze und Museen zu Ehren der ausgestorbenen Riesen auf. Zum Beispiel das Utah State University Eastern Prehistoric Museum in Price – einem weiteren „must-stop“ auf der Strecke. Neben den Dinosaurier-Funden ist die Gegend vor allem für ihre außergewöhnlichen Gesteinsformationen berühmt. Diese können Reisende zum Beispiel im Arches National Park bestaunen. Hier ragen rund 2.000 natürliche Bögen und allerhand andere Steingestalten in den Himmel. Eine atemberaubend andere Perspektive der Canyons bieten rasante Offroad-Jeep-Touren, die zum Beispiel aus dem nahegelegenen Moab starten.

Artikel von www.top-magazin.de/bonn