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Nächtliches Zähneknirschen hat Folgen

Das Sprichwort besagt, dass man unangenehme Fakten „zähneknirschend“ hinnimmt. Doch auch unabhängig von Poesie und Floskeln ist das ständige „Mahlen“ mit den Zähnen alles andere als gesund. Im Gegenteil: Nicht nur der Kauapparat selbst leidet darunter, Betroffene klagen auch überdurchschnittlich oft über Kopfschmerzen und Verspannungen. Doch dabei bleibt es häufig nicht: Wird nicht interveniert, drohen im schlimmsten Fall sogar Zahnverlust und Schäden am Kieferknochen. Das Problem: Viele Menschen knirschen nachts mit den Zähnen, merken dies nicht und schieben die daraus resultierenden Symptome auf andere Ursachen. Oder sie ignorieren den Zustand aus Angst vor dem Zahnarzt. Doch man kann es drehen und wenden, wie man will: Nächtliches Zähneknirschen schadet der Gesundheit und sollte behandelt werden.


Wer morgens wie gerädert aufwacht, sollte evtl. auch an nächtliches Zähneknirschen denken. Denn nicht nur der Schlaf leidet darunter, auch schmerzhafte Verspannungen können die Folge sein. Das  Problem ließe sich leicht durch einen Besuch beim Zahnarzt lösen. Leider meiden viele aus Angst den Weg zum Dentalmediziner. Dabei gibt es Experten wie Zahnarzt Seidel, die sich auf Patienten mit sogenannter Zahnarztphobie spezialisiert haben und hilfreiche Konzepte gegen die Panik anbieten.

Es beginnt meist mit Kieferschmerzen

Schmerzhafte Verhärtungen der Kiefermuskulatur sind meist eines der ersten Anzeichen für nächtliches Zähneknirschen. Kein Wunder, leistet diese Muskelgruppe des Nachts stundenlange Schwerstarbeit. Im Extremfall sind die Kiefermuskeln so verhärtet, dass man den Mund kaum noch weit geöffnet bekommt. Wird jetzt nicht gehandelt, weiten sich die Schmerzen aus. Es kommt zu Nackenschmerzen, die bis in Schultern und mitunter sogar in den Rücken reichen.

Starke Verspannungen in Kiefer und Nacken fördern zudem ein gefürchtetes Symptom zutage, das auf den ersten Blick so gar nichts mit den Zähnen zu tun haben mag: Ohrgeräusche, auch bekannt unter der lateinischen Bezeichnung Tinnitus. Doch auch die Zähne können schwer beschädigt werden: Die ständige Reibung zerstört sukzessive die oberste Zahnschicht. Mit verhängnisvollen Folgen:

  • Die Nervenleitungen sind ungeschützter und damit schmerzempfindlicher.
  • Die Schutzhülle der Zähne wird geschwächt und das Kariesrisiko steigt.
  • Im äußersten Fall drohen Zahnverlust und Kieferschaden.

Selbst eine gute Mundhygiene, die generell überaus wichtig ist, kann diese unheilvolle Entwicklung kaum aufhalten.

Woher das Knirschen kommt und was dagegen hilft

Häufig findet sich keine organische Ursache für das nächtliche Zähneknirschen. Vielmehr sind Stress und Sorgen die Auslöser. Das Gedankenkarussell aus ungelösten Problemen entlädt sich im Schlaf durch das ständige Mahlen. Manchmal jedoch steckt auch eine Zahnfehlstellung oder Kieferanomalie dahinter. Die Behandlung untergliedert sich in mehrere Elemente.

Schutz der Zähne

Durch speziell angepasste Knirschschienen (Aufbissschienen) gelingt es, die Zähne zu schonen und damit zumindest die Folgen des Zähneknirschens abzumildern. Derlei Schienen lassen sich auch so konzipieren, dass sie gleichzeitig eine Fehlstellung von Kiefer und Zähnen korrigieren.

Behandlung der Folgen

Bereits entstandene Schäden am Gebiss müssen von einem Zahnarzt behandelt werden. Gegen Verspannungen und Muskelschmerzen hilft eine Therapie beim Orthopäden bzw. Physiotherapeuten. Hilfreich sind auch Übungen und Muskelaufbau. Sollte sich ein Ohrgeräusch manifestiert haben, gehört dies in die Hände eines HNO-Arztes.

Beseitigung der Ursache

Wie erwähnt lassen sich anatomische Fehlstellungen mittels Schiene beseitigen. Falls nötig, sind hierzu auch weitere Behandlungen durch einen Fachmann nötig. Ist das Knirschen aber psychisch bedingt, hilft es

  • regelmäßige Entspannungsübungen zu erlernen und zu praktizieren,
  • bestehende Probleme offensiv anzugehen,
  • bei Bedarf psychologische Hilfe in Anspruch zu nehmen,
  • sich ausreichend Erholung und Ausgleich zu gönnen.

All das freut den gesamten Körper und die Seele. Aber eben auch die Zähne.

 

Bildnachweis: darrenbaker / clipdealer.de

 

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