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Freizeit

Karneval im Rheinland – Die Jecken der fünften Jahreszeit

Wo auf der Welt wird Karneval am schönsten gefeiert? Für die Kölner gibt es auf diese Frage eine ganz klare Antwort: in unserem Veedel. Doch auch nicht Einheimische zieht der Karneval ins Rheinland. Sei es in Mainz, Bonn, Düsseldorf oder in der Karnevalshochburg Köln: Das bunte Programm und die tollen Umzüge ziehen jährlich zig Tausende von Besuchern an. Das wilde Treiben des Straßenkarnevals steht dabei im Mittelpunkt der Festlichkeiten.


 

Internationale Karnevalisten

Eines der berühmtesten Karnevalsfeste der Welt wird in Italien gefeiert: Die betörende Lagunenstadt Venedig hat zur fünften Jahreszeit ein einzigartiges Flair. Wer den Prunk und die Eleganz des venezianischen Karnevals erleben will, sollte die italienische Stadt mit der alten Tradition im Februar besuchen. Es wird ein besonderes Spektakel geboten. Angefangen mit dem akrobatischen “Engelsflug” auf dem Markusplatz über die fantastischen Umzüge zu Wasser, bis hin zu den pompösen Maskenbällen, lässt sich der venezianische Karneval mit keinem anderen vergleichen. Die historische Kulisse, die Kanäle und alten Prachtbauten erzeugen eine magische Atmosphäre.

Sehenswert ist die Serenissima, wie einer der Beinamen Venedigs lautet, zu jeder Jahreszeit. Vergnügen, Spiel und Ausschweifungen, auf leichte italienische Art sind hier die Spezialität. In einem prunkvollen, alten Palastbau untergebracht ist auch das Casino der Stadt: “Ca’ Vendramin Calergi”. Der Spielbetrieb läuft zur Karnevalszeit auf Hochtouren. Bevor man dort am Spiel teilnimmt, kann man aber vorher schon einmal sein Glück im Online Casino testen. In Online Casinos kann man zur fünften Jahreszeit mit attraktiven Boni rechnen. Ein Bonus ist eine Sonderaktion, die dem Kunden Vorteile bringt.
Übrigens gab es in Venedig schon 1638 ein Glücksspielhaus – “Il Ridotto” gilt heute als das erste moderne Casino.

Wenn man Karneval in anderen Ländern erleben will, steht Rio de Janeiro ebenfalls ganz oben auf der Liste. Zugegeben eine weite Reise, doch ist der Karneval hier legendär. Der Samba und die schillernden Kostüme der Tänzer stehen im Mittelpunkt des rauschenden Festes in der Hauptstadt Brasiliens. Die Festwagen sind teils gigantisch, die Aufmachungen prächtig und die berühmten Samba-Tänzerinnen rauben manchem männlichen Zuschauer den Atem.

Die Sambaschulen präsentieren sich jährlich im Sambadrom mit unterschiedlichen, spektakulär inszenierten Auftritten. Doch bereits vor diesem Höhepunkt der Karnevalssaison wird überall in der Metropole gefeiert. Der Karneval in Rio gleicht einer nicht enden wollenden Mega-Party mit heißen Rhythmen und ausgelassener Stimmung.

Karneval wird global gefeiert: in der Karibik ebenso wie in Russland, auch im Süden Spaniens, besonders in Cadiz. In Andalusien bilden scherzende und spottende Gruppen verkleideter Musiker das Herzstück des bunten Treibens. Im Süden Deutschlands heißt der Karneval Fasching und in der Schweiz wird zur Fastnacht beim Morgenstreich die Stadt verdunkelt.

Doch Karneval kann man auch noch woanders erleben: Die Rheinländer sind überzeugte Karnevalisten und in der fünften Jahreszeit nicht zu bremsen.

 

Rheinischer Karneval

Der Karneval hierzulande ist ebenfalls bunt – er lebt von der Vielfalt. Getragen wird was gefällt, ob das nun ein sexy Kostümchen ist oder ein Kälte abwehrendes Polyester-Eisbärenfell. Und da der Rheinländer an sich für seine weltoffene Haltung bekannt ist, nehmen an den Umzügen selbstverständlich Gruppen aus aller Welt teil, natürlich auch Samba-Tänzer.

Doch hat der Karneval auch politische Elemente und wird genutzt, um in Form von Satire die aktuellen Missstände anzusprechen. Die teils grotesken, lustigen Figuren von Politikern und anderen wichtigen Persönlichkeiten sieht man an vielen Umzugswagen.

Die karnevalistische Tradition im Rheinland blickt weit zurück. Als Vorläufer geltende Volksfeste gab es hier wie andernorts schon seit langem. Doch 1823 fand in Köln der erste Rosenmontagszug statt. Die Kölner Prinzengarde ist stolzer Erbe der ersten Narren. Die Prinzengarde, “Funken” und “Funke-Mariechen”, umgeben heute den Karnevalsprinzen. Im Jahr  1883, gesellten sich ihm der Bauer und die Jungfrau hinzu. Gemeinsam bildeten sie das “Kölner Dreigestirn”, das bis heute das närrische Volk in der fünften Jahreszeit regiert.

Die Rosenmontagszüge verbreiteten sich damals rasch: Den Kölnern folgten 1827 die Koblenzer und 1838 die Mainzer. Die Düsseldorfer hingegen stießen damals zunächst auf politische Hindernisse und Verbote. Ob das wohl der Grund dafür ist, dass in der Landeshauptstadt heute der wohl am stärksten politisch orientierte Karnevalsumzug der Region zu Hause ist?

Schwierig wurde es für den Karneval im Nationalsozialismus. In den Nachkriegsjahren blühte er aber schnell wieder auf. Heute kommt der Karneval am Rhein in vielen verschiedenen Formen daher. Neben den Rosenmontagszügen und dem offiziellen Sitzungskarneval der großen Karnevalsgesellschaften gibt es alternative Vereinigungen. Bekannt sind vor allem die “Stunk”- oder “Schnieke Prunz”-Sitzungen und Sitzungen der schwul-lesbischen Szene.

In Köln zieht alljährlich der “Geisterzug” am Karnevalssamstag durch die Straßen. Er entstand 1991, als während des Golfkriegs bundesweit der Karneval abgesagt wurde. Zum Zeichen der Lebensfreude und des friedlichen Miteinanders findet er, als Demonstrationszug gegen den Krieg, auch heute noch statt. So gut wie jede Gemeinde am Rhein hat ihren eigenen Umzug. Manchmal fällt der Termin auf das Wochenende, sodass in der nächstgelegenen Karnevalshochburgen am Montag auch nochmal gefeiert werden kann.

Die offiziellen Veranstaltungen und Sitzungen finden seit Saisonstart am 11.11. um 11 Uhr 11 statt. Das eigentliche Straßen- und Volksfest jedoch währt sechs Tage lang: Von Altweiber bis Aschermittwoch ist Karneval am Rhein. In den Kneipen und auf den Straßen wird ausgelassen gefeiert. Der Frohsinn regiert und der Spott hat freie Bahn. Die organisierten Jecken sorgen jedoch dafür, dass trotz des Spaßes eine gewisse Ordnung herrscht.

Und was wäre Karneval ohne Kamelle? “Hellau” und “Alaaf” wird gerufen, wenn die Karnevalisten von ihren Umzugswagen aus Süßigkeiten in die Menge werfen. Natürlich beglückt das vor allem die Kinder, die an dem närrischen Tumult ebenso ihre Freude haben, wie die Erwachsenen.

 

Feierlaune

Zu Altweiber ist es den Herren im Rheinland geraten, sich mit billigen Krawatten zu bekleiden. Die Weiber schneiden diese dann ab. Und Achtung: Es wird gebützt. Den zahlreichen Küsschen kann an diesem Tag kein attraktiver Mann entfliehen. Die Stimmung schaukelt (oder besser gesagt “schunkelt”) sich am Wochenende hoch, bis am Rosenmontag die Umzüge stattfinden. Am Dienstag klingen die Feierlichkeiten aus. Am Aschermittwoch ist dann alles vorbei. Der Beginn der sechswöchige Fastenzeit markiert die Einschränkung der Genüsse und weltlichen Freuden. In alten Zeiten bedeutete dies auch sexuelle Enthaltsamkeit und Verzicht auf das Tanzen und Singen.

 

Bilder: Pixabay

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