Magazin Cover
Freizeit

Winterbeschäftigung für die ganze Familie

Winterzeit ist Drinnenzeit: Das bedeutet anderer Alltag, andere Beschäftigungen. Denn wenn es draußen kalt und dunkel ist, muss die ganze Familie sich umstellen und neue Beschäftigungen finden. Was aber tun, wenn der Winter langsam langweilig wird? Mit Animation und neuer Inspiration kann Kindern neue Beschäftigung eröffnet werden, die sie mit Eifer umsetzen, Freude bereitet und am Ende sogar lehrreich ist.


Den Alltag mit den Uhren umstellen

Wenn es Herbst wird, die Uhr eine Stunde zurück gestellt wird und es plötzlich so viel früher dunkel ist, ist die Winterzeit beinahe da. Kalte Temperaturen und viele dunkle Stunden am Tag sorgen für einen umgestellten Lebensrhythmus und vor allem Einschränkungen in Bezug auf die Freizeit. Joggen in der freien Natur? Schwierig, wenn es dunkel ist. Auf den Spielplatz gehen? Ebenfalls kein Leichtes, wenn dicke Jacken die Bewegungsfreiheit eindämmen, der Boden gefroren und die Schaukel eisig kalt ist. Das bedeutet für Erwachsene, Eltern und Kinder einen neuen Alltag, der ein wenig langsamer und doch in gewisser Weise hektischer stattfindet, da alles, was im Hellen erledigt werden muss, eben nur vor 8 bis 17 Uhr gemacht werden kann.

Manche mögen diese ruhigeren Monate, an denen gemütliche Abend und lange Nächte mit viel Schlaf die Regel sind und das glückliche Gefühl über ein warmes gemütliches Zuhause mit Winden und prasselndem Regen an der Fensterscheibe noch verstärkt wird. Andere hingegen sind genervt von den Einschränkungen, denen sie sich beugen müssen und fiebern dem Sommer entgegen. Immer mit in diesem Lager: Kinder, die die lange „Drinnenzeit“ oft schon früh satt haben und sich nach wilden Spielen draußen sehnen, denen sie im Sommer den ganzen Tag nachgehen können. Wie können diese unterschiedlichen Lager beschäftigt werden, so dass am Ende des Winters alle noch zufrieden sind? Mit spannenden Beschäftigungen für Drinnen und Draußen, Ausflügen und einer guten Zeiteinteilung.

 

Was Drinnen alles möglich ist

Drinnen in der Wohnung zu sein mag in den ersten Tagen noch Spaß machen. Schließlich gibt es alle möglichen Spiele im Kinderzimmer, die durchgespielt werden können. Es ist Zeit für die Bücher und das Lieblingsspiel kann ganz ohne Draußenzeit in die Länge gezogen werden. Aber irgendwann ist der Punkt erreicht, an dem es den meisten Kindern reicht. Der Lagerkoller kommt dann von ganz alleine und das mit voller Wucht. Die Spiele, die noch vor Weihnachten sehnlichst gewünscht waren, sind plötzlich schon uninteressant und auch das Lieblingsbuch macht nach dem zehnten Mal lesen keinen Spaß mehr.

Dann ist die Kreativität der Eltern gefragt, die mit Animation wieder Freude in den kindlichen grauen Alltag bringen können. Rund um die Uhr Bespaßung ist zwar in den seltensten Fällen möglich und überhaupt gewünscht, aber Anregungen zu neuen Spielen und Beschäftigungsideen helfen ebenfalls. Ein Klassiker unter den Beschäftigungen für Drinnen sind Bastelprojekte, bei denen die Kinder ihre Kreativität entdecken und ausleben können. Manchmal entstehen dabei richtig schöne Stücke, die hinterher einen Platz in der Wohnung finden oder gar verschenkt werden.

 

 

Kreatives Basteln schult Vorstellung und Techniken

Malen, Kleben, Schneiden – alles ist erlaubt und möglich. Die Weihnachtszeit bietet sich besonders mit den Motiven des Weihnachtsfestes an, aber auch danach ist der Winter mit Schneelandschaften eine ergiebige Inspirationsquelle. Mit den Kindern ein ganzes winterliches Dorf zu modellieren ist ein Projekt, das über mehrere Tage Beschäftigung bietet und damit eine besondere Herausforderung darstellt.

Auch Mobiles für den Betthimmel oder Traumfänger für Cousins und Cousinen bieten die Möglichkeit zum Erlernen neuer Techniken. So kommen nicht nur das simple Ausschneiden und Zusammenkleben zum Einsatz sondern auch andere Möglichkeiten, die die Kinder wahrscheinlich sogar selbst entdecken, wenn ihnen eine Vorlage präsentiert wird. Töpfern und die Modellierung von Salzteig können ebenfalls auf dem Plan stehen, brauchen jedoch zumindest elterliche Aufsicht und ein gutes Abdecken empfindlicher Stücke. Auch ganze DIY Projekte zum Aufhübschen der eigenen Wohnung können mit der Assistenz von Kindern bewerkstelligt werden. Hier sollte jedoch darauf geachtet werden, dass potenziell gefährliche Werkzeuge nur unter strenger Aufsicht oder ausschließlich von Erwachsenen genutzt werden.

 

Erweiterbares Spielzeug als Beschäftigung

Eine weitere Herangehensweise bietet der Kauf von adaptivem Spielzeug, das mitwächst und immer wieder erweitert werden kann. Damit können die Kinder sich dann auch alleine beschäftigen, wenn vorher beim Kauf darauf geachtet wurde, dass das Spielzeug sicher und unbedenklich ist. Verschiedene Siegel stellen dabei sicher, dass den Kindern beim Spiel keine Gefahren drohen, wie es beispielsweise bei schlecht verarbeitetem elektronischem Spielzeug passieren könnte. Ein solches Objekt, das beliebig umgebaut und erweitert werden kann, ist für kleine Kinder zum Beispiel eine Kugelbahn oder für größere Kinder die klassische Carrera Bahn. Für Sprösslinge, die eine besondere handwerkliche Begabung an den Tag legen, kann auch eine Spielzeugeisenbahn zum Begleiter durch die gesamte Kindheit und Jugend werden, da hier in liebvoller Kleinarbeit immer wieder Objekte hinzugefügt oder verändert werden können.

 

 

Lernziele aufstellen und spielerisch erfüllen

Eine besonders sinnvolle Nutzung des verstärkten Wohnungsaufenthalts ist das Aufstellen und Erfüllen von Lernzielen. Dabei soll das Zuhause natürlich nicht zur zweiten Schule werden. Vielmehr geht es darum, spielerische Herangehensweisen zu finden, die den Kindern Spaß bereiten und etwas vermitteln. Dabei kann es um eine Sprache gehen, die mit Hilfe von Büchern oder Spielen erlernt wird. Auch andere Lernbücher können Wissen in einer bestimmten Sparte vertiefen und vielleicht sogar eine Bereicherung für das sommerliche Hobby darstellen. Balance-Spiele können somit ebenfalls einen Lerneffekt zur Folge haben. Wichtig: Wenn die Kinder etwas lernen sollen, muss der Spaß erhalten bleiben.

Weitere Benefits bringen Beschäftigungen wie Musik machen oder das Erlernen eines Handwerks. Beides kann spielerisch mit eingebunden werden. Handwerkliches Geschick beispielweise zeigt sich beim Basteln – dabei wird es zeitgleich gefördert. Sind dabei gute Grundkenntnisse und Interesse vorhanden, kann weiter gegangen werden und die Arbeit mit Speckstein mit in das kindliche Beschäftigungsprogramm aufgenommen werden. Auch Schnitzen von Holzklötzen und das Herausarbeiten von 3D-Objekten ist eine besondere Herausforderung, die Spaß, Spannung und Lernen zugleich bedeutet. Dabei ist es ebenfalls wichtig, dass ein Erwachsener zur Beaufsichtigung dabei ist und Verletzungsgefahren minimiert.

Kinder, die gerne im Wald toben und Hütten bauen, können diese Fähigkeit auch drinnen weiter ausüben. Mit Decken, Kissen und Stühlen kann eine Höhle in der Wohnung gebaut werden oder aus großen Kartons kann ein Haus entstehen, das mit Fenstern und Türen versehen wird. Die einzige Herausforderung: Eine Ecke mit genügend Platz finden. Ist das Werk erst einmal in den Grundzügen vorhanden, beschäftigen sich Kinder gerne mehrere Tage damit – immer wieder wird verschönert und verändert. Auch Platz für Rollenspiele ist in den kleinen Behausungen, so dass auch eingeladene Freunde ihren Spaß an dem Bau haben.

 

Freunde als Abwechslung und Inspirationsquelle

Freunde sind eine weitere Option, den Kindern die Langeweile zu nehmen. Spiel-Dates bringen Abwechslung in den Alltag, mit anderer Gesellschaft machen die Spiele plötzlich wieder Spaß und auch neue Ideen sprießen wieder mit dem neu gelieferten Input. So ist es übrigens auch möglich, sich einen freien Nachmittag zu verschaffen: Die Kinder spielen zuerst in der eigenen Wohnung und an einem anderen Tag bei dem befreundeten Kind zu Hause. So ist Zeit für alle möglichen Erledigungen ohne das Kind beaufsichtigen zu müssen.

Denn auch Eltern wollen im Winter ihren eigenen Beschäftigungen nachgehen – was immer dann möglich ist, wenn das Kind mit sich selbst, den Geschwistern oder Freunden beschäftigt ist. Basteln und bauen, spielen und lernen erfordern nicht immer die Anwesenheit eines Erwachsenen, so dass genug Zeit ist, sich mal mit einem Buch zurück zu ziehen, die Yoga Matte auszurollen oder etwas zu erledigen. Aber: Bei vielen Dingen können Kinder auch mitmachen, wenn grade keine Beschäftigung in Aussicht ist. Kinder-Yoga entspannt, hält fit und kann sogar einen positiven Einfluss auf die Ausgeglichenheit haben. Aber auch alltägliche Aufgaben wie Pflanzenpflege zählen dazu. Das winterliche heranziehen von neuen Gewächsen beispielsweise ist spannend für viele Kinder, außerdem können sie dabei etwas über den Lebensrhythmus der Pflanzen lernen. Kinder, die ermutigt werden an solchen Aktivitäten teilzunehmen, entwickeln oft ein ganz eigenes Interesse an diesen alltäglichen, schönen Tätigkeiten.

Dazu zählt übrigens auch Kochen. Viele Kinder haben Spaß daran, „erwachsene Tätigkeiten“ nachzuahmen und tatsächlich auszuführen – ein Hocker vor dem Herd, so dass das Kind rühren kann, bietet die Möglichkeit zur Assistenz oder auch das Zugeben der Zutaten beim Backen. Dem Selbstmachdrang des Kindes nachzugeben ist oftmals gar nicht so schlecht, denn nur so kann wirklich gelernt werden, wie es richtig funktioniert.

 

Draußen: Kreativ vermitteln und kurze Ausflüge in die Kälte

Draußen ist es zumeist kalt und dunkel in Herbst und Winter. Wenn aber die hellen Stunden genutzt werden und die richtige Kleidung mit dabei ist, ist auch ein Ausflug ins Freie ein tolles Erlebnis. Dabei können natürlich die gewohnten Aktivitäten des Sommers ausgeübt werden – Fahrrad fahren, Ballspiele und Kreide malen zum Beispiel. Aber auch andere Aktivitäten bieten sich an, besonders wenn der Winter so richtig mitspielt und mit Schnee Material für Schneeballschlachten, Schneemänner und Rodeln bietet.

Wer mit seinen Kindern gerne auf den Spielplatz geht und dort spielt, kann das auch im Winter machen. Hier sind jedoch kurze Ausflüge ganzen Nachmittagen vorzuziehen. So entsteht ein Wechselspiel aus draußen spielen und drinnen aufwärmen, dass Kindern alleine schon viel Freude bereitet. Ebenfalls toll im Winter sind Naturbeobachtungen. Besonders im Wald ist durch das lichtere Blätterdach viel mehr zu sehen – so kann es sein, dass Rehe an einer Futterstelle zu beobachten sind, die Zugvögel vorbei ziehen oder einfach entdeckt wird, wie die ganze Natur im Winter zu schlafen scheint.

Ebenfalls eine tolle Idee: Mit den Kindern Enten oder Schwäne füttern gehen. An Teichen, Flussmündungen oder natürlichen Wehren sitzt Wassergeflügel gerne im Winter. Das bietet die Gelegenheit, mit Brot zu füttern und die Tiere zu beobachten. Beim Füttern beispielweise kommt das Sozialverhalten der Vögel deutlich zum Vorschein, so dass auch hier Lernpotenzial besteht.

 

Ausflüge als besondere Beschäftigung

Aber auch abseits der direkten Umgebung bieten sich Ausflüge an, die Abwechslung bringen und neue Erfahrungen bieten. Dauerbrenner ist beispielsweise das Schwimm- und Erlebnisbad. Kinder können dort auch fünf Tage in Folge mächtig Spaß haben. Außerdem gleicht die Bewegung die viele Zeit der Untätigkeit aus, die im Winter einfach ansteigt. Besonders gemeinsam entwickeln sie Spiele und spielerische Wettbewerbe, die sie auspowern und abends dankbar zu Bett gehen lassen.

Im Trockenen bietet sich Klettern und Bouldern an, das ebenfalls als Training wirkt und dennoch viel Spaß bereitet. Immer höher hinaus, immer schwierigere Routen – die Herausforderung stellt sich jedes Mal aufs Neue und wird so zum interessanten Hobby. Am besten ist es, wenn Eltern sich vorher informieren, wie die lokale Kletterhallen es mit der Kinderbetreuung halten, um Enttäuschungen zu vermeiden.

Museen und Tierparks können je nach Angebot ebenfalls interessant für Kinder sein. Streichelzoos oder Tiere füttern gehören zu den besonderen Highlights, ebenso alles, wo etwas selbst gemacht werden kann. So kann Kindern erneut spielerisch Wissen vermittelt werden. Die spannende Abwechslung holt sie aus ihrem Alltag heraus und macht danach das Spielen zu Hause auch wieder „erträglich“, bis schließlich der lange Winter vorbei ist, die Temperaturen wieder steigen, der Tag wieder mehr helle Stunden bietet und lange Tage im Freien nichts mehr sind, wovon man nur träumen kann.

 

 


Bildquellen:

Bild 1: fotolia.de ©Konstantin Yuganov #130606261

Bild 2: fotolia.de ©thingamajiggs #121750728

Bild 3: fotolia.de ©arborpulchra #122755023

Bild 4: fotolia.de ©Olesia Bilkei #121789054

Bild 5: fotolia.de ©Olesia Bilkei #130138397

Bild 6: fotolia.de ©VadimGuzhva #127635314

Bild 7: fotolia.de ©skumer #106679503

Bild 8: fotolia.de ©Monkey Business #84435693

Bild 9: fotolia.de ©itsmejust #50602501

Artikel von www.top-magazin.de/