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Dinge in 7 Städten, die jeder Tourist mitgemacht haben muss

Städtetouren liegen voll im Trend. Doch umso wichtiger, dass man dabei nicht nur typische Touri-Dinge erlebt, sondern auch die eine oder andere richtig typische Kleinigkeit.


Im englischsprachigen Raum gibt es ein Sprichwort: „Wenn Du in Rom bist, verhalte dich wie die Römer“. Umgelegt auf den modernen Städtetouristen hat dieser Spruch eine ganz besondere Bedeutung. Viele nehmen nämlich nur die typischen Wahrzeichen mit und ignorieren dabei das, was wirklich urtypisch für eine Stadt ist. Und genau diese „echten“ Wahrzeichen verrät der folgende Artikel.

 


 

1. Hamburg

Da schon im Eingangstext von Deutschlands größter Hafenstadt die Rede war, sollen Fans auch nicht länger warten müssen.

Der alte Elbtunnel ist mehr als ein schnödes Nutzbauwerk. Er ist ein beeindruckendes Zeugnis für Hamburgs Kunsthandwerk.

Der alte Elbtunnel ist mehr als ein schnödes Nutzbauwerk. Er ist ein beeindruckendes Zeugnis für Hamburgs Kunsthandwerk.

Erlebt haben muss man: Den alten Elbtunnel. Er beginnt auf St. Pauli und verläuft auf fast 500 Metern Länge 24 Meter tief unter der Elbe bis nach Steinwerder. Doch diese Daten sind nicht einmal das beeindruckendste an diesem Bauwerk, das schon 1911 eröffnet wurde. Es ist viel mehr die Tatsache, dass der Tunnel nicht per Rampe, sondern Aufzug betreten wird – auch für Autos. Und dass er innen auch noch mit zahlreichen kunstvollen Reliefs geschmückt ist, macht die Sache umso interessanter.

Konsumiert haben muss man: Ganz klar, was eine echte Hafenstadt ist, bezieht natürlich seine kulinarischen Highlights aus dem Meer. Und selbst wer Fischigem eher reserviert gegenübersteht, sollte sich doch nicht nehmen lassen, zu probieren:

  • Fischbrötchen: mit allem belegt, was das Meer hergibt
  • Labskaus: das Essen harter Seemänner aus Rindfleisch, Roter Bete, Zwiebeln und Matjes
  • Weißwurst: Denn die Hamburger Variante ist nämlich viel älter als das bajuwarische Exemplar.

Wer dann noch Platz für einen Nachtisch hat, muss ein Franzbrötchen verdrücken. Ein kleines, süßes Ding aus Hefeteig, mit Zucker und Zimt gefüllt und nicht umsonst in seiner Form an ein Croissant angelehnt.

 

2. Ruhrpott

Als ein Konglomerat mehrerer Städte ist es schwer, einzelne Punkte für den „Pott“ herauszufiltern, aber auch das geht – vor allem, wenn man nicht nur auf Bergwerksromantik aus ist.

Während einer Diät sollte man nicht gerade den Ruhrpott besuchen, denn sämtliche Leibspeisen von dort sind ziemlich deftig.

Während einer Diät sollte man nicht gerade den Ruhrpott besuchen, denn sämtliche Leibspeisen von dort sind ziemlich deftig.

Erlebt haben muss man: Eine Konstruktion namens Tiger & Turtle. Was das ist? Eine Laufachterbahn, genauer gesagt Deutschlands einzige. Statt in einem Wagen durchläuft man hier die Achterbahn auf eigenen Beinen. Imposant beleuchtet ist das vor allem in den Abendstunden ein echtes Erlebnis. Klar gibt’s dabei vielleicht nicht einen Kick wie auf „echten“ Achterbahnen, dafür kann man bei klarem Wetter aber auch weit über Duisburgs Stadtgrenzen hinausblicken.

 

 

Konsumiert haben muss man: Definitiv das, was des Ruhrgebiets beste Imbissbuden hergeben. Denn ohne Übertreibung lässt sich sagen, dass sich hier vielleicht nicht die Wurzel, aber mit Sicherheit die Seele des deutschen Imbissbudentums befindet. Das Ruhrgebiet, als Zentrum harter, körperlicher Arbeit hatte aus dieser Ausgangssituation heraus nie die Gelegenheit, wirklich kulinarische Höchstleistungen zu erfinden – was aber kein Nachteil ist. Klassiker ist die Currywurst, aber auch mit „Pommes Schranke“ kann man kulinarisches Pott-Feeling genießen und das ist mindestens ebenso gut wie jedes Edel-Essen anderer Städte.

 

3. Köln

Für die meisten Touristen ist die Stadt am Rhein vor allem für zweierlei Dinge bekannt: Dom und Karneval. Doch daneben gibt es Dinge, für die das Einheimischen-Herz mehr schlägt, als für alles andere.

Obergärig, süffig und das einzige deutsche Bier, das nur in seiner Heimatstadt gebraut werden darf. Kölsch ist das kulinarische Kölner Wahrzeichen.

Obergärig, süffig und das einzige deutsche Bier, das nur in seiner Heimatstadt gebraut werden darf. Kölsch ist das kulinarische Kölner Wahrzeichen.

Erlebt haben muss man: Eindeutig das FC-Museum. Der typische Kölner gehört mit Sicherheit zu den am tiefsten mit ihrem Fußballverein verbundenen Städtern. Hier gibt es kein „entweder, oder“, man ist FC-Fan (einzig erlaubte Alternative ist Fortuna) oder man ist kein Kölner. Das FC-Museum zollt dieser Liebe zum Geißbock-Verein einen romantischen, und manchmal auch leicht selbstironischen Tribut und sollte definitiv, auch für Bayern-Fans, zum Stadtbesuch gehören.

Konsumiert haben muss man: Es wäre müßig, an dieser Stelle über die kulinarische Vielfalt Kölns von Halve Hahn bis Himmel un Äd zu schreiben, denn was Köln einzigartig macht, ist das Kölsch. Seit über 700 Jahren darf es nur innerhalb der Stadtgrenzen gebraut werden und hat sich seitdem eine ganz eigene Kultur des Trinkens und Zusammenseins aufgebaut. Wer in der Stadt ist, sollte demnach die fünf Stationen enthaltende Probier-Tour durch die wichtigsten Brauereien absolvieren – denn kein Kölsch schmeckt wie das andere und gleichzeitig lernt man dabei nicht nur die rheinische Mundart, sondern auch, dass „am Rhing“ nicht der Kunde König ist, sondern der Köbes.

 

4. Koblenz

Die zweitälteste Stadt Deutschlands ist eine heimliche Tourismus-Hauptstadt, wenngleich auch nicht so groß wie andere Kommunen dieser Liste.

Der Blick von der Festung auf das Deutsche Eck ist das wahrscheinlich bekannteste Koblenzer Motiv – mit Sicherheit aber das romantischste.

Der Blick von der Festung auf das Deutsche Eck ist das wahrscheinlich bekannteste Koblenzer Motiv – mit Sicherheit aber das romantischste.

Erlebt haben muss man: Das Deutsche Eck. Hier fließen seit Jahrtausenden Rhein und Mosel zusammen, hier begannen die Wurzeln römischer Besiedlung. Und hier hat man auch noch einen wunderbaren Ausblick auf die oberhalb der Stadt gelegene Festung Ehrenbreitstein, einem der wenigen verbliebenen Gebäude, das aus Koblenz‘ jahrhunderteralter Geschichte als eine der größten Garnisonsstädte Deutschlands zählt – seit der Bundesgartenschau 2011 kann man auch per Seilbahn über den Rhein auf die Festung gelangen.

 

 

Konsumiert haben muss man: Koblenz war wegen seiner Lage immer wieder Zankapfel. Hier waren Römer, Franzosen, Russen, Amerikaner und Franzosen schon die nicht immer ganz freiwilligen Hausherren. Aus diesem Grund ist die Koblenzer Küche auch durch vielerlei Einflüsse entstanden. Das vielleicht typischste Gericht sind aber Schröddele oder lackierte Affen – ein Kartoffelgericht, das sich mit „Bechamel-Kartoffeln“ nur unvollständig übersetzen lässt. Übrigens ist die Erdknolle auch Grundgerüst für eine weitere regionale Köstlichkeit, dem Döbbekoore einem geschmack- (und kalorienhaltigen) Mix aus Kartoffeln, Zwiebeln und Speck.

 

5. Stuttgart

Die Stadt am Neckar ist bei Einheimischen und Reisenden vor allem für eines bekannt: Mächtig viel Stau. Doch daneben hat Stuttgart auch noch anderes zu bieten.

Obwohl es auch vegetarische Varianten gibt, sind klassische Maultaschen ein fleischiger Snack – und unglaublich lecker obendrein.

Obwohl es auch vegetarische Varianten gibt, sind klassische Maultaschen ein fleischiger Snack – und unglaublich lecker obendrein.

Erlebt haben muss man: Kein Zweifel, wer auch nur einen winzigen Tropfen Benzin im Blut hat, der muss die Lage Stuttgarts als Heimat zweier der international bekannten deutschen Automarken schlechthin nutzen. Im Klartext bedeutet das:

  • Einen Besuch im Porsche-Museum, in dem sich die Straßen- und Rennstreckengeschichte der Sportwagenschmiede durch zahllose Exponate und oft genug Unikate erleben lässt.
  • Eine Tour durch das Mercedes-Benz-Museum. Immerhin ist die Marke nicht nur quasi der Urvater automobiler Fortbewegung und zeigt dies in der riesigen Ausstellung auch in beeindruckender Form, sondern das Museum ist an sich schon ein architektonisches Highlight.

Übrigens besagt eine alte Regel, dass man nicht in Stuttgart war, wenn man nicht den Fernsehturm gesehen hat. Also sollte dieses Wahrzeichen auch auf der Liste stehen.

Konsumiert haben muss man: Stuttgart ist quasi der „Ground Zero“ alles Schwäbischen, wenn man so will. Und daher gehört auf den Tisch auch die vielleicht typischste Speise des Schwabenlandes, die Herrgottsbscheißerle – einem internationalen Publikum besser als Maultaschen bekannt. Der Folklorename entstand dadurch, dass Mönche des namensgebenden Klosters Maulbronn Fleisch in den Teigtaschen dem Blick Gottes entziehen wollten, um so auch während der Fastenzeit in den Fleischgenuss zu kommen. Wirklich urig sind nur zwei Varianten: Entweder in Brühe gekocht oder mit Kartoffelsalat serviert.

 

6. München

München ist eine der mit Abstand beliebtesten Touristenmetropolen von Deutschland. Doch das birgt auch das Problem, dass man vor lauter Sehenswürdigkeiten nicht weiß, wo man anfangen soll.

So lecker können Diäten enden. Die Prinzregententorte ist Münchens süßeste Köstlichkeit und sollte bei keinem Trip fehlen.

So lecker können Diäten enden. Die Prinzregententorte ist Münchens süßeste Köstlichkeit und sollte bei keinem Trip fehlen.

Erlebt haben muss man: Deshalb bietet es sich an, einfach ganz ungewöhnlich (zumindest für konservativ-bayrische Verhältnisse) zu starten und sich bei schönem Wetter in den Englischen Garten zu begeben. Keine Sorge, auch wenn der Park den Ruf hat, dass hier vor allem FKK betrieben wird, sieht es heute so aus, dass die meisten Gäste dort bekleidet die Natur inmitten der Großstadt genießen. Denn ganz abgesehen vom Nackedei-Klischee ist der Englische Garten einfach ein schön angelegter Park an der Isar und auch noch so zentral gelegen, dass er als Ausgangspunkt für die anderen Münchner Sehenswürdigkeiten geradezu ideal ist.

Konsumiert haben muss man: Der typische München-Tourist hat jetzt drei Dinge im Kopf, Weißwurscht, Brenz’n und das gute Bier der Stadt. Da diese Dinge aber samt und sonders mittlerweile überall in Deutschland zu bekommen sind, sollte man seinen Kalorienwert nochmal checken und dann schnurstracks zu Münchens buchstäblicher Kalorien-Atombombe übergehen, der Prinzregententorte.

Sieben Bisquitschichten, eine Füllung aus Schokoladenbuttercreme und ein millimeterdicker Überzug aus noch mehr Schokolade lassen zwar die Nadel der Waage schon beim Gedanken nach oben springen, sind aber eine unglaubliche Köstlichkeit, die nicht nur ausgesprochenen Schleckermäulern munden wird.

 

7. Berlin

Die Bewohner als unfreundlich verschrien, die Stadt als schmutzig und dennoch liebt irgendwie jeder Berlin. Kein Wunder, denn die Stadt ist gerade wegen ihrer eckigen, kantigen Eigenheiten so ein Magnet.

Abgesehen vom Erlebnis an sich bietet der Reichstag auch noch eine Aussicht, die nur vom Berliner Fernsehturm übertroffen wird.

Abgesehen vom Erlebnis an sich bietet der Reichstag auch noch eine Aussicht, die nur vom Berliner Fernsehturm übertroffen wird.

Erlebt haben muss man: Eindeutig das Wahrzeichen für Regierungsgewalt, den Reichstag. Das Gebäude ist nicht nur allein deshalb ein echtes Erlebnis, weil man hier von oben, von der Besucherplattform aus, Bundestagssitzungen live beiwohnen kann, sondern weil das Gebäude selbst eine wechselvolle Geschichte hat und deshalb „seine“ Stadt, die eine ebenso achterbahnartige Historie aufweist, vielleicht besser verkörpert als jedes andere Bauwerk. Allerdings sollte man definitiv Zeit mitbringen, denn Schlange stehen gehört bei jeder Reichstags-Tour zum festen Programm.

Konsumiert haben muss man: Berlin ist offizielle Bundeshauptstadt, das weiß jedes Kind. Was aber außerhalb der Stadtgrenzen die wenigsten mitbekommen haben, ist der Status der Stadt als Welt-Brunch-Hauptstadt. Das Essen zwischen Frühstück und Mittagstisch wird dort so sehr zelebriert wie nirgendwo sonst. Und man findet an praktisch jeder Ecke ein Lokal, in dem man einfach Platz nehmen und dem meist noch dazugehörigen Showprogramm bestehend aus Livemusik oder Kabarett lauschen kann. Dazu gibt’s typische Brunch-Leckereien und keiner guckt einen schief an, wenn man dazu eines der Erzeugnisse Berliner Braukultur konsumiert – denn die Molle gehört in Berlin ebenfalls zum guten Ton.

 


 

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