Magazin Cover
Business

Guerilla Marketing – Geheimwaffe für den Mittelstand


 

„Guerilla Marketing“ ist kein Modephänomen. Diese Art der Schaffung von Aufmerksamkeit ist seit langem lebendig. Schon der Begriff „Guerilla Marketing“ deutet darauf hin, dass sie in ihrer Form sehr anpassungsfähig ist. Damit fügt sie sich perfekt ein in die Anforderungen für Vermittelbarkeit heutiger Werbung, auch und gerade für kleine und mittelständische Unternehmen.

 

Ohne besonderen Reiz: passive Werbung

Klassische Medien wie Fernsehen, Zeitschriften und sonstige Werbeflächen stellen eine begrenzte Ressource dar. Ihre Kosten sind daher umso höher, je weniger breite Öffentlichkeiten angesprochen werden sollen. Auch wenn Verlage, Sendezeiten und örtliche Lage Profile von Zielgruppen anbieten, steht der finanzielle Aufwand für kleine und mittelständische Unternehmen oft in keinem Verhältnis zur eigenen Position am Markt.
Darüber hinaus hat eine solch breite Präsenz das Ziel, Aufmerksamkeit dauerhaft zu erzwingen, was potenzielle Zielgruppen passiv zurücklässt und mit einsetzender Gewöhnung immer weniger Wirkung zeigt. Präsenz und Bekanntheit müssen auf diesem Weg in ermüdenden Intervallen und mit hohem finanziellen Aufwand in der Fläche stets erneuert werden, um fehlende Reizpunkte auszugleichen.

 

Wo bleiben die „Kleinen“?

Kleine und mittelständische Unternehmen sorgen sich im digitalen Zeitalter oftmals darum, wie sie im Meer an Informationsmöglichkeiten, die den heutigen Alltag durchdringen, überhaupt noch wahrgenommen werden können. Das Gegenteil ist der Fall: Werbung wird nicht mehr verordnet, sondern vom Kunden aktiv verfolgt. Guerilla Marketing bietet kreative Reize, die den Alltag durchbrechen und Nischen in der Aufmerksamkeit besetzten, von denen Kunden selber nicht wussten, dass es sie gibt. Eigene Angebote können dabei wahlweise auch erst am Ende des Marketing-Coups stehen. Dadurch wird „Brand Awareness“ so einfach wie nachhaltig erzeugt.
Guerilla Marketing weckt nicht nur die Neugier der Kunden, sondern lässt sie ihr eigenes Interesse miterleben. Vom überraschenden Erlebnis zur Erwartung, immer und überall der „Brand“ begegnen zu können. Hier liegt das Ziel von Guerilla Marketing: eine vielversprechende Nische im Wettbewerb um Aufmerksamkeit für kleine und mittelständische Unternehmen, die mit witzigen Ideen am richtigen Ort zur richtigen Zeit Reizpunkte setzen – ohne hohen finanziellen Aufwand.

 

Kein Zufall – sondern Überraschung!

Guerilla Marketing wirkt auf Kunden manchmal planlos, weil ihr eigenes Interesse unvorhersehbar angeregt wird. Ort und Zeit sind ebenso unbekannt wie der direkte Bezug auf Veranstalter einer Aktion. Letztere sollten sich davon nicht täuschen lassen: es liegt in der eigenen Hand, mit guten Ideen Reizpunkte zu setzen. Für die Durchführung einer Aktion lassen sich Marketingprofis engagieren, mit denen gemeinsam eine Strategie entwickelt wird. Auch in klassischen Agenturen ist Guerilla Marketing mittlerweile angekommen, wie sich an zahlreichen Stellenprofilen sehen lässt, die derzeit in Jobbörsen wie StepStone ausgeschrieben sind. Doch ist die Hilfe von Profis auch nicht unbedingt erforderlich – um eine spaßige Aktion zu entwickeln, lässt sich auch das vorhandene Personal bestens nutzen.

 

Gut ist, was Spaß macht

Wichtig ist: Die Idee sollte überraschen und beiden Seiten Spaß machen – sowohl der angepeilten Zielgruppe als auch dem Unternehmen selbst. Aktionen lassen sich leicht im Hintergrund planen. Beim „Reverse Graffiti“ etwa braucht es nicht mehr als eine Schablone (Siebdruck ähnlich), mit der das eigene Firmenlogo auf einer beliebigen verschmutzten Fläche ausgewaschen wird, damit potenzielle Kunden überrascht darüber stolpern. Sprechblasen mittels Sticker verleihen überall und jedem Gegenstand Persönlichkeit und sind ebenso leicht umsetzbar. Wer nach weiterer Inspiration für Guerilla-Aktionen sucht, findet zum Beispiel hier eine Galerie mit 44 tollen Beispielen.

 


 

Bildquelle: www.fotolia.com © magele-picture (#134039299)

Artikel von www.top-magazin.de/