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INHALT:

kunst & kultur Werken auf 2600 Quadratmetern ihre Sicht des Menschen: In Öl oder Acryl, mit Kreide, Tinte, Bleistift gezeichnet, gemeißelt aus Alabaster, in Plastik verpackt, aus Holz geschnitzt, montiert, installiert, in Stein geschlagen, in Bronze, Stahl oder Kunststoff gegossen, auf Fotopapier gebannt und vom Winzling bis zum Giganten. Das Menschenbild ist so eigenwillig und individuell wie der Mensch und der Künstler selbst. Manchmal ist es einfach nur betörend schön und manchmal verstörend. Und es verändert sich im Lau- heißt auch ein Kapitel der Ausstellung ,,Das ewig Weibliche: Metamorphosen der Eva". Der Apfel scheint bei Edvard Munch's ,,Madonna" von 1895 verzehrt zu sein. Seine Eva ist umgeben von Spermien und einem am Bildrand kauernden Fötus. Ihren prallgefüllten Leib aus Beton streckt die ,,Hoxton Venus" von Marc Quinn dem Betrachter entgegen. Grobschlächtig und verbraucht mutet die aus gelbem Sandstein gehauene ,,Hansi ­ die verlorene Illusion" von Alfred Hrdlicka an. Model stand ihm dafür 1965 eine züchtigem Kleid den Nachwuchs hüten. Der Mann ist Anfang des 20. Jahrhunderts bei Picasso in der ,,Unterhaltung" der kühle Denker aus der Oberschicht oder vergnügt sich mit seinen Geschlechtsgenossen bei Wein und Rauchwaren ,,Beim Kartenspiel" von Robert Sterl. Oder er streitet sich wie die ,,Politiker" von Georg Groesz. Erst später wandelt sich das Bild des Mannes vom Patriarchen zum Partner auf Augenhöhe wie etwa auf dem Acrylgemälde ,,Die Verschränkung" von Lisa Ruyter (2006) oder auch zum Ob- fe der Zeit. Zu Zeiten von Kern wurde der Körper des Menschen in der Kunst nicht personifiziert aufgefasst, sondern als Ideal mit Vorbildfunktion gesehen. Die Grenzen zwischen Artificialia und Naturalia, menschlicher und göttlicher Schöpfung waren in einander übergehend. Ähnlich fließend ist es heute dank digitaler und chirurgischer Bearbeitungsmöglichkeiten, neuer Techniken und Materialien. Göttliche Tugenden verblassen. Der Mensch wird heute in seinem Verhältnis zur Umwelt gesehen, körperliche und seelische Spannungen kommen zum Ausdruck. Die Künstler loten in ihren Exponaten das menschlich Extreme aus und beleuchten die Auseinandersetzung mit der Schönheit, Vergänglichkeit, der Selbstbefragung und Normierung ­ sie zeigen ihr Bild des Menschen. Aber schon seit Anbeginn lockt das Weib und schwirrt uns die rauchige, schwere Stimme von Marlene Dietrichs Gassenhauer ,, ... ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt" durch die Sinne. So Dame aus dem Horizontalen Gewerbe in Wien. Daneben wirkt die ,,Anne" von Rudolf Hausner mit wallenden roten Locken geradezu unschuldig sphärisch verklärt. Ebenso wie das riesige Portrait der unbekannten Schönen mit den kristallblauen Augen von Harding Meyer. In üblicher Manier verschnürt Christo das Bildnis seiner Frau in Plastikfolie und gewährt nur wenig Einblick. Was ist das ideale Maß, das Idealbild? Der Bodyindex der großen Supermodels? Daniele Buetti entlarvt diese Schönheiten und hinterfragt ihren Ikonenstatus ,,How could I know", indem er den Leuchtkasten perforiert und die buchstäbliche Leere dahinter zeigt. Vielleicht ist es für Jaume Plensa seine ,,Cristina III", in Alabaster gemeißelt. Das Idealbild unterscheidet ,,Frauenzimmer und Männerbilder" in typisch Weibliches und Männliches. So stellt Max Liebermann 1898 seine Frauen klassisch in ihrer Rolle als ,,Kindermädchen und Bonnen im Tiergarten" dar, die sittsam mit Haube und TOP magazin 41


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